Erntedank Böllern in Poigenberg

Die Böller Schützen hatten eingeladen nach Poigenberg zum Erntedankböllern, dies zum zweiten mal nach 2016 um 11:45 Uhr. Die Böllerschützen kommen vom Schützenverein Pastetten und bilden eine eigene Gruppe innerhalb des Vereins. Bei den Böllerschüssen geht es nicht darum, ein Ziel zu treffen sondern einzig allein um traditionell bei besonderen Anlässen aufmerksam zu machen. Man kann es ein wenig vergleichen mit den Silvester Böllern. Das Böllern hat in Pastetten eine Tradition. So wird seit über 25 Jahren am 1. Januar in Pastetten an der Schwemm am Ortsweiher geböllert um das neue Jahr zu begrüssen. Über das Jahr hinaus gibt es noch das Dämmerungsböllern Ende Mai, aber auch bei Feiern wie Hochzeiten der Mitglieder oder ein 80zigster Geburtstag. Die Tradition des Böllern stösst nicht bei jedem auf erfreuliche Akzeptanz. Bürger die den Brauch das Böllern nicht kennen, sind verwundert und verängstigt wenn die Böllerschützen böllern. Die Tradition der Böllerschüssen war vor zwei Jahren schon ein wenig am Aussterben, wie in jedem Verein aktuell ist es nicht mehr so einfach Menschen für das Vereinsleben zu begeistern. Alles ist globaler geworden die Jungen haben viel mehr Möglichkeiten als noch vor 30 Jahren. Viele in Pastetten sind auch nicht mehr so traditionsbewusst wie das früher üblich war. Nachdem die Böllerschützen weniger wurden, fing Thomas Unterrainer, dessen Vater auch schon Böllerschütze war, Neuanwärter für dies Tradition zu werben. So konnten 9 neue Böllerschützen geworben werden,
auch der Altersschitt wurde gesenkt.

Die Böllerschützen kommen aus Pastetten und der Region, aber ein Mitglied kommt sogar aus München.

Um Böllerschütze zu werden sind die Anforderungen größer als bei anderen Hobbys. Der Lehrgang zum Umgang mit dem „Böllergerät“ kostet circa 300,00 € und dauert einen Tag. Hinzu kommen bürokratische auflagen, jeder muss ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen, eine Bedürfniserklärung und einen Schwarzpulverschein beantragen. Man muss natürlich auch Mitglied in einem Schützenverein sein. Zur weiteren Ausstattung gehört dann die Tracht, Lederhosen und Dirndl. Ja richtig es wird niemand ausgeschlossen. Frauen können genauso, wie die Männer dieses Hobby ausüben. Neben der Tracht ist dann noch das wichtigste nötig das „Böllergerät„ und fängt bei kosten ab 500 Euro an.

Die Baschdinger haben ihre Böllergeräte aus Berchtesgaden, dort gibt es einen Böllermacher. Vermutlich auch einer von wenigen in Bayern.In diesem Jahr sind übrigens noch drei neue Böllerschützen hinzu gekommen.

In folgenderweise wurde heute in Poigenberg geschossen:

  • Langsames Reihenfeuer: Jeder schießt nach der Reihe
  • schnelles Reihenfeuer: Jeder nach der Reihe aber
    schneller
  • Doppelschlag: immer 2 kurz aufeinander folgende Schüsse
  • Wechselfeuer: abwechselnde Schüsse der gegenüberliegenden schützen
  • Salut: alle zusammen.

Danach gab es beim Gasthaus Seidinger in Poigenberg zur Stärkung Weißwürste und an Schnaps.

 

 

 

 

 

 

Hier noch ein Video vom Böllern in Poigenberg

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