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Weder Bayer noch Baschdinger aber irgendwie doch ein hiesiger

Wenn man es genau nimmt, bin ich ja weder Bayer noch Baschdinger offiziell. Dazu hat mir auch schon ein hiesiger gesagt: „Zum Bayern werden kann man nur auf zwei Arten, durch Geburt oder Heirat.“, also bleibt mir ja noch eine Option. Ich habe in den über 20 Jahren, die ich in Bayern lebe, vieles an Kultur der Bayern kennengelernt aber auch lieben gelernt. Manchmal ist es aber auch noch heute so, wenn ich mit den Einheimischen spreche, dass ich Wörter oder Redensarten nicht sofort einordnen kann. Es gibt auch einige Redensarten, die im Alltag kaum noch verwendet werden. Es ist auch sehr schade, dass Mundart immer weniger gesprochen wird. Dies kann ich in Bayern und auch in meiner Heimat im Saarland beobachten. In beiden Bundesländern gibt es nie nur einen Dialekt für ein ganzes Bundesland. Jede Region hat ihre eigene Sprache und diese Regionen mögen sich auch nicht immer. Die Mundart hat sich aber auch über die Arbeitswelt entwickelt, daher sind manche Wörter auch regional bedingt.

Auch das Brauchtum ist ein wichtiger Bestandteil und darf nicht in Vergessenheit geraten. In Pastetten werden diese über die Burschengemeinschaft oder seid neuem auch durch die Dirndlschafft weitergelebt und auch an die nächsten Generationen weitergegeben.

Es gibt in der Mundart oftmals Wörter oder Sprüche die treffen den Nagel so auf den Kopf, dass es gar nicht möglich ist, das auf Hochdeutsch zu übersetzen. Im Saarland gibt es z. B. das Wort Geheischnis, damit ist wesentlich ein Ort gemeint, an dem man sich wohl fühlt, aber auch das ganze herum.

Ich würde das ins Bayrische mit dahoam vergleichen, das deutsche Wort daheim trifft dahoam überhaupt nicht, das ist so leer ohne Gefühl.

Im Bayrischen und Saarländischen finden sich auch sehr viele französische Wörter, dies kommt in Bayern durch die Feldzüge von Napoleon. Im Saarland ist es natürlich sehr naheliegend durch das grenznahe Frankreich und die mehrmalige Besetzung durch die Franzosen. Aber auch hier kann man feststellen, viele Wörter werden kaum noch verwendet und sterben aus. Bürgersteig ist so ein Beispiel in beiden Bundesländern, es spricht kaum noch jemand von Trottoir . Bei vielen Höfen in Bayern sieht man in der Küche neben dem Tisch und dem Küchenofen immer noch eine Couch. Diese wird jedoch heute noch als Kanapee bezeichnet.

Ich war mal vor vielen Jahren bei einem Fußballspiel mit saarländischer Beteiligung, dabei siegte die saarländische Mannschaft überzeugend mit 3:1 in München. Ich hatte damals ein Trikot des saarländischen Vereins an und war dadurch natürlich erkennbar. Eine Gruppe von Fans des Gegners aus München unterhielt sich, dabei meinte einer: „Frag doch den blöden Saarfranzosen dahinten.“, und meinte mich damit. Am besten hätte ich Ihm damals in besten akzentfreien Bayrisch antworten und gleichzeitig ein Bild seines verblüfften Gesichts knipsen sollen. Auch weil er kein richtiges Bayrisch gesprochen hatte, sondern eher eine Mischung aus Hochdeutsch und Münchnerisch.

saarschleife bei mettlach 300x200 - Weder Bayer noch Baschdinger aber irgendwie doch ein hiesigerWenn mich heute jemand fragt, wo ist deine Heimat, dann ist das nicht ganz einfach zu erklären. Ich fühle mich persönlich als Baschdinger mit dem Herzen. Jedoch komme ich gerne in meine Geburtsheimat und besuche dort die Sehenswürdigkeiten wie die Saarschleife, den Deutsch -Französischen – Garten in Saarbrücken und vieles mehr. Viele Bayern kennen das Saarland kaum und aufgrund der Größe, wird das kleine Saarland immer lächerlich gemacht. Doch jeder, der dann urlaubsbedingt das Saarland kennen lernt, ist auch begeistert und wiederholt gerne diesen Urlaub. Ich denke, jede Region hat ihren Charme in Deutschland.

 

 

 

 

 

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